Oktober 2025. Koffer packen, Tauchausrüstung verstauen, früh morgens zum Flughafen Genf – und los geht die vierte Kalt&Dunkel-Reise. Diesmal: Ägypten, Rotes Meer, Liveaboard. Isabelle, Lukas, Yannick und Cedric an Bord.

Angekommen in Hurghada
Nach einem langen Reisetag – Abflug um 2 Uhr morgens, Ankunft bei 32 Grad – empfängt uns das Boot im Hafen von Hurghada. Das Oberdeck mit weissen Sofas, Beanbags und dem Blick aufs türkisblaue Wasser verspricht die perfekte Basis für die kommenden Tage. «Huhuu, mir si wieder unterwägs!» – die Vorfreude ist gross.

Leinenlos – mit kleinem Chaos
Der erste Aufbruch aufs offene Meer gestaltet sich abenteuerlich. Eineinhalb Stunden Sicherheitsbriefing liegen hinter uns – wir wissen nun, dass man beim Auftauchen den Kopf nicht gegen den Rumpf schlagen soll. Dann: Leinen los. Fast. Eine Leine bleibt beim Ablegen unter dem Boot. Der Wind drückt uns langsam davon. Das nächste Boot fährt ab – seine Leine streift unter unserem Rumpf durch. Ein kurzes Chaos entsteht. Die Bootscrew bleibt ruhig, nichts geht kaputt, und schliesslich fahren wir tatsächlich ab.

Checkdive und erste Tauchgänge
Im Garten des Poseidon absolvieren wir den obligatorischen Checkdive. Bei Yannick blöderlet eine Schlauchverbindung heraus – die wird schnell ersetzt, und dann kann es richtig losgehen.
Das Thislegorm-Wrack
Einer der bekanntesten Tauchplätze im Roten Meer: das Wrack der SS Thistlegorm. Hier machen wir gleich drei Tauchgänge, darunter den Morgentauchgang um 7 Uhr (Wecker um 6). Der Lohn: 30 Minuten im Inneren des Wracks, alle in einer Reihe, umgeben von Lastwagen, Motorrädern und Waggons aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein unvergessliches Erlebnis.

Zwischen den Tauchgängen
Das Leben an Bord folgt seinem eigenen Rhythmus: Tauchen, Frühstück, Tauchen, Mittagessen, Tauchen, Briefing, Schlafen. Bei etwas mehr Wellengang – besonders beim Durchqueren des Suezkanals – fliegen im unteren Deck schon mal Gegenstände durch die Luft. Das Seetablett mit vier halben Hähnchen landet auf dem Tisch; Cedric schaut verblüfft links und rechts, zieht die Schultern hoch – bis ihm jemand das Messer reicht und er begreift, dass man hier teilt.

Nachttauchgang und Adlerrochen
Der erste Nachttauchgang gehört zu den Highlights. Nur 6–7 Meter tief, aber im Dunkeln taucht die Unterwasserwelt in ein völlig anderes Licht. Wir beobachten einen Oktopus im Kampf gegen einen Fisch – zu fünft kreisen wir still um das Schauspiel herum. Am nächsten Morgen: ein grosser Adlerrochen bei ruhigem Drift auf 18 Metern.
Beim Gordon Reef wird ein geplanter Nachttauchgang wegen zu starker Strömung abgesagt. Die Ansage der Crew: «Zeit für Bier, zuviel Strömung» – kein Kommentar nötig.
Delfine bei Gubal
Am vorletzten Tag passieren wir die Querung des Kanals Richtung Gubal. Beim Ulysses-Wrack erscheinen zunächst 6 Delfine kurz – sie ziehen aber schnell weiter. Nach dem Sicherheitsstopp, als die ersten zwei bereits auf dem Zodiac sitzen, kommen plötzlich mindestens 20 Delfine angerauscht und bieten uns eine Show. «Es isch mega gsi.»

Abu Nuhas: Zwei Wracks
Den Abschluss bilden zwei Wracks bei Abu Nuhas, darunter die Giannis D, die im 45-Grad-Winkel liegt. Wer nicht aufpasst, wo die Gruppe langläuft, bemerkt es schnell – dafür gibt es viele Öffnungen.
Fazit
8 Tage, 19 Tauchgänge, ein Adlerrochen, Delfine, Nachttauchgänge und ein Wrack-Klassiker. Die vierte Kalt&Dunkel-Tauchsafari war ein voller Erfolg.

Bericht: Isabelle & Lukas